Unterschied Boho-
vs. Gipsy- & vs. Hippiestyle

Unterschied zwischen

Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen

Boho- vs. Piraten- vs. Gipsy- & und Hippiestyle?

Ist das nun Bohemian oder Hippie? Oder doch ein bisschen mehr Gypsie? Wenn uns bis vor kurzem jemand gefragt hätte, dann wären wir wohl auch etwas in Erklärungsnot gekommen. Wo liegen denn nun wirklich die Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten? Es sind Begriffe, die heutzutage irgendwie in aller Munde zu scheinen und fast inflationär verwendet werden um eine gewisse Art von Style oder Kleidungsstil zu beschreiben. Hippie-Style oder Bohemian-Style. Eigentlich alles das gleiche?! Oder etwa nicht. Eben nicht!

Eines vorweg: Grundsätzlich beschreiben diese Terms allesamt unkonventionelle Menschen. Aber sie unterscheiden sich alle voneinander. Eines der wichtigsten Unterscheidungskriterien ist wohl die Einteilung in folgende zwei Kategorien: Jene, mit einem ethnischen Hintergrund und jene mit sozialem Hintergrund. Die „Gypsies“ gehören in die erste Kategorie, wohingegen die Bohemians und Hippies auf letzterem basieren/stützen.

Aber nun noch etwas genauer:

Die Bohemians und der Bohemian-Style

Begriffe wie „Boho Style Interior“, „Boho Schmuck“ oder „Boho Festival Look“ sind nicht nur auf Pinterest und Instagram der absolute Knüller, sondern scheinen unsere komplette On- und offline Welt zu vereinnahmen. Alles wird „bohemisiert“. Sogar bei Ikea fanden wir bei unserem letzten Besuch ein kuscheliges Zimmer im... bitte raten... natürlich: Boho-Stil. Wir warten auf die ersten Hundekostüme im... na, ihr wisst schon.

Aber zurück zum Thema, denn hinter der schönen Optik, die sich bei der Google Bildersuche nach diesem Begriff präsentiert, steckt ein durchaus interessanter Ursprung:

Bohémien (Böhmer) kommt aus dem französischen und war im 15. Jahrhundert die Bezeichnung für rumänische Franzosen, die über Böhmen (den heutigen westlichen Teil der modernen Tschechischen Republik) nach Frankreich kamen. Über lange Zeit verlor der Begriff dann an Bedeutung und Verwendung. In den 1930er Jahren flammte er erneut auf aus einer kulturellen Bewegung, die von Paris ausgehend statt fand.

Er bezeichnete eine Gruppe von unkonventionellen Künstlern, mit vorwiegend schriftstellerischer, bildkünstlerischer oder musikalischer Aktivität. Sie wollten sich klar von der französischen Mittelklasse unterscheiden, da sie deren Werte nicht unterstützten. Für sie war Arbeit ein Ausdruck des Selbst und um der leidenschaftlichen Hingabe zu einer Sache und nicht des Geldes willen. Der Ausdruck ihrer kreativen Freiheit und Selbstverwirklichung stand über den gesellschaftlichen Normen und Regeln, denen sie sich nicht beugen wollten. Eine weitere Definition wäre: "Einer, der ein vagabundes, unreglementiertes Leben ohne versicherte Ressourcen lebt und sich nicht um morgen Gedanken macht." (Mtholyoke)

Der Begriff „Bohemien“ hatte deshalb lange einen negativen Beigeschmack. Er wurde von den Franzosen als Ausdruck unordentlicher, wilder Sitten und einer Staatenlosigkeit - also nirgends dazugehörig – verbunden. Karl Marx ging sogar soweit diese Gruppe als „Lumpenproletariat“ zu bezeichnen. Ganz schön frech, dieser Marx.

Umgekehrt jedoch schufen auch die Bohemien ihr eigenes Bild über die Bourjois (die gehobene Klasse der französischen Gesellschaft). Sie beschrifteten diese als engstirnig, unwissend und kommerziell mit einem starken Desinteresse an Kunst. Wäre man ebenso gemein, könnte man sagen: Kapitalistische Kunstbanausen eben! Nur ohne so schicke Lumpen ;-).

Nun wissen wir also: Boho war lange Zeit viel mehr als eine Modebewegung, es war eine Haltung. In den 60er- und 70er-Jahren flammte der Bohemian-Lifestyle als eine Art Modetrend erneut auf. Hippieske Outfits zeigten sich nun gepaart mit einem guten Schuss Dekadenz. Designer-Klamotten von Chanel wurden oft mit günstigem Modeschmuck und dramatischem Make-up kombiniert. Boho stand nun nicht mehr nur für eine Lebenshaltung, sondern auch für die Art und Weise sich zu kleiden. Der „Boho-Chic“ oder „Bohemien-Style“ war geboren – ein Stil der als eleganter Rebellen-Stil umschrieben werden könnte.

Und wie lässt sich dieser Stil nun mit Kleidung beschreiben? Helle, pastellige Farben und erdige Töne. Lange, flatterige Blusen und Kleider. Mädchenhaft, verträumt, romantisch. Pelzjacken. Jeansstoffe. Lederboots.Die Haare meist verspielt mit natürlichen Locken und Wellen oder zu locker geflochtenen Zöpfen gebunden. Niemals zu streng. Und dazu passend: Viel Schmuck, Armbänder und Armreifen im Bohemian-Style und dazu passend lang getragene Ketten.

Die Hippies und der Hippie-Style

Ihre Anfänge findet die aus einer Jugendbewegung stammende Subkultur in den Vereinigten Staaten, welche sich Mitte der 1960er Jahre auf der ganzen Welt verbreitete. Was viele (wie auch wir) wahrscheinlich nicht wussten, ist das sich das Wort „Hippies“ von „hip“ ableitet und angelehnt ist an die „Hipster“ der 50er Jahre. Die gab es also schon damals! Nur sahen sie ein bisschen anders aus.

Frühe Mitglieder dieser Bewegung verabschiedeten Gegenkulturwerte, später schufen andere Mitglieder ihre eigenen Gemeinschaften. Die Verwendung von Drogen wie Cannabis und magischen Zauberpilzen ist ebenfalls mit dieser Kultur verbunden. Auch in dieser Bewegung wurden die Ideale des Reichtums der Mitteklasse hinterfragt und propagierten eine Perspektive auf das Leben, welches frei von Beschränkungen und zivilen Tabus ist. So rebellisch dies auch klingen mag, zentraler wert war das Streben nach Frieden und Harmonie. Love, peace and happiness und so. Die Hippies wollten den Gedanken der Selbstrealisierung fördern, dem Druck der Gesellschaft entgehen und neue Wege zum Leben finden. So war Hippie sein irgendwie auch eine „Berufung“.

Und wie lässt sich dieser Stil nun mit Kleidung beschreiben? Helle, grelle Farben und bitte viel davon. Bunt, Batik, Schlaghosen, Bauchfrei, runde Sonnenbrillen, Blumenprints! Lang lebe der Flower-Power!

Die Gypsies und der Gypsy-Stil

„Zigeuner“ wird oftmals als deutsches Pendant zu „Gypsy“ verwendet. Zum einen ist dies eine umgangssprachliche Bezeichnung für Personen, die ein unruhiges Leben führen. Man kennt den Spruch: „Leben wie ein Zigeuner“. Darüber hinaus gilt es als eine Benennung für Angehörige des Volkes der Sinti und Roma. Wobei man zweiteres lieber ganz schnell wieder sein lassen sollte, weil ihm geschichtlich bedingt eine negative Konnotation anhaftet und von den Betroffenen als diskriminierend empfunden wird. Wenn man in den Geschichtsbüchern nachliest, kann man sehr gut nachvollziehen warum. Das Volk der Sinti und Roma waren nämlich leider lange Zeit der Unterdrückung und Verfolgung ausgesetzt und dies fand zur Zeit des Nationalsozialismus einen traurigen Höhepunkt.

Eine frühere Bezeichnung war Giptoi, wobei das o nicht ausgesprochen wird. Bei der Stadt Methoni (an der Küste des Peloponnes) gab es eine Vorstadt Gyppe. Der Name bedeutete soviel wie Klein-Ägypten. In dieser Vorstadt erhielten die Sinti und Roma den Namen Giptoi oder auch Jifti, was übersetzt „Ägypter“ bedeutet. Diese Begriffe sind ebenso wie der heute gebräuchliche und viel verwendete Term „Gypsy“ weit weniger belastet als „Zigeuner“ und sollte deshalb ausschließlich verwendet werden. Es erschien uns dennoch wichtig zu erwähnen vor lauter Modetrend den Ursprung und die geschichtlichen Hintergründe nicht zu vergessen. Auch wenn es in der heutigen Zeit in den meisten Fällen sicherlich nicht abwertend gemeint ist, sondern sich entweder auf Personen und Freigeister bezieht, die freiwillig einen nomadischen Lebensstil haben. Oder eben wirklich lediglich um einen Kleidungsstil zu beschreiben. Und dieser ist nicht weniger prägend und inspirierend gewesen für die gesamte Mode- und Fashionindustrie als der bereits beschriebene „Bohemian-Style“.

Und wie lässt sich dieser Stil nun mit Kleidung beschreiben? Dünklere Farben als beim Bohemien-Style, Rüschen, Stickereien, bunte Tücher am Koft und an rund um die Taillen. Kopftücher, lange Röcke. Grober, auffälliger Metallschmuck, häufig mit Medaillen verziert.

Piraten und der Piraten-Style

Und was ist mit den Piraten? Okay, die passen hier eigentlich nicht wirklich rein, aber wir fühlen uns irgendwie verpflichtet ihnen auch zumindest einen kleinen Absatz zu widmen. HARR HARR! Unsere heutige Vorstellung der Piraten basiert viel auf den Schilderungen über die Freibeuter des 17. Jahrhunderts in der Karibik. Ganze Hollywood Filme vermitteln uns ein fast romantisches Bild einer eigentlich doch eher groben Raubbeuterei. Vielleicht hat Johnny Depp einen klitzekleinen Einfluss darauf, warum wir den Piraten-Style so lässig finden. Oh Johnny! Black Jack ist im Übrigen nicht nur ein mitreißendes Kartenspiel, sondern auch ein anderer Name für „Jolly Roger“ - die Piratenflagge. Das bis heute charakteristische Zeichen ist der Totenkopf.

Interessanterweise wird dieser in unserer Kultur häufig als wild, ja sogar als abschreckend empfunden. Nicht jeder könnte sich vorstellen ein Armband, eine Kette oder T-Shirt mit Totenkopfmotiv zu tragen. Wagt man jedoch einen Blick über den Tellerand in andere Kulturkreise, so zeichnet sich ein komplett anderes Bild. Der Mexikanische Totenkopf beispielsweise verkörpert den Geist der Feiernden, der Fröhlichen, lebendig wie tod. Er soll nicht nur an die Toten erinnern, sondern uns anspornen die Angst vor dem Tod zu überwinden und das Leben zu feiern.

Und wie lässt sich dieser Stil nun mit Kleidung beschreiben? Schmuck, viel Gold und Silber. Selbstverständlich mit Totenkopf. Totenkopf-Ringe, Totenkopf-Anhänger. Piraten-Kopftücher, oft in rötlich oder dunklen Farben. Viel schwarz und dunkle Farben. Lederjacken, verziert mit auffälligen Knöpfen.

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